CDU Ratsfraktion Goslar
News
03.12.2019, 19:49 Uhr
Schwarze Null - mal so, mal anders
GZ-Vorberichterstattung zur CDU-Veranstaltung am 05.12.19
 

 

Goslar. „Die schwarze Null ist eine Zwangsjacke.“ Als CDU-Fraktionschef Norbert Schecke und sein Geschäftsführer Pascal Bothe am 18.September diese Überschrift in der GZ über einem Interview mit Ostfalia-Professor Olaf Schlotmann lasen und miteinander telefonierten, fanden beide die Diskussion über Ja und Nein zur Nettoneuverschuldung zunächst einfach nur spannend.

Zwei gute Bekannte

Als der Sudmerberger Bothe den Hahndorfer Schecke aber sogleich mit der Nachricht überraschte, dass er erstens bei Schlotmann seine Abschlussarbeit geschrieben habe und zweitens im Besitz seiner Handynummer sei, war schnell die Idee geboren, eine Diskussion mit einem hochkarätig besetzten Podium zu organisieren, in dem Befürworter und Gegner der schwarzen Null einen Platz bekommen sollten. Voraussetzung: Schlotmann sagt zu. „Er war sofort Feuer und Flamme“, erklärte Bothe den Ausgang seines Werbens.

 

Pascal Bothe (re.). Foto: Hohaus (Archiv)
Und nicht nur der Ostfalia-Experte für die Ökonomie des Finanzsektors kommt. Für die Veranstaltung am morgigen Donnerstag um 20 Uhr im „Schiefer“ am Markt haben außerdem Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), der Steuerzahlerbund-Präsident Bernhard Zentgraf, der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha und Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk zugesagt. Bothe moderiert die Runde selbst – und findet das Anliegen noch genauso spannend wie am Tag der Interview-Lektüre.

 

Zu Recht. Und zwar nicht nur wegen des Themas, sondern auch wegen der Diskussion auf verschiedenen Ebenen und zu unterschiedlichen Zeiten. Nur zum Einordnen: Im Bund wirbt aktuell die SPD für mehr Lockerheit bei der schwarzen Null, während die CDU das Hohelied der Haushaltsdisziplin singt.

Alte Schuldenmajore

Und Verwaltungschef Junk, der früher gern und oft rot-gelbe Schuldenmajore öffentlich an alte Ausgabenwut erinnerte, ist bei der Einbringung des Etats 2020 Anfang Oktober schon deutlich defensiver aufgetreten und teilt auf seinen Kanälen im Netz inzwischen gern Beiträge von SPD-Politikern aus Berlin. So ändern sich die Zeiten und die Zungen. Schon im Vorjahr hatte die Ratsampel für ein Überplan-Tilgen von Altschulden gesorgt, das bei der Behördenspitze nicht unbedingt goutiert wurde.

Aber wie war das noch mit der viel zitierten Generationengerechtigkeit? Christian Rehse, früher lange und heute wieder Vorsitzender des Finanzausschusses, will als einer jener so gescholtenen Schuldenmajore nicht nachkarten. In Zeiten, da die Stadt über Rekordeinnahmen verfüge, müsse ein guter Haushalt alles hergeben.

Noch Plätze frei

„Keine Nettoneuverschuldung, leistungsorientierte Investitionen in die Zukunft und ein Abtragen von Altschulden“, sagt der Jerstedter Liberale – und fragt: „Wann denn sonst?“ In den aktuellen Etat-Beratungen sorge er sich aber darum, ob immer auch die Folgekosten von Investitionen mitbedacht seien und der Personalbestand nicht ohne Not immer weiter aufgebläht werde. Ja, es bleibt spannend...

Für die Veranstaltung am Donnerstag sind noch einige wenige Plätze frei. Anmeldung bei Pascal Bothe, Ruf 0151/67948610.

 

 

aktualisiert von Norbert Schecke, 03.12.2019, 19:52 Uhr